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Summary in english: in this page I try to write about my motivation, philosophy
and problems of visualisation
Résumé en français: sur cette page je présente des
aspects de ma motivation et mon idée de peintre, des aspects philosophiques
ainsi que des questions et problèmes plus ou moins concrèt dans
mon travail
Resumen en español: en esta pagina quiero presentar mis ideas e ideales
como pintor, algunos aspectos de unos pensamientos que llamo filosficos, en
el sentido que me permito pensar cualquier cosa
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Inhalte / contenu / contents:
philosophie / philosophie / filosofía
/ philosophy
visualisierung / visualisación / visualisation
chiaroscuro / clair-obscure / luz y sombra
zyklen / cycles / ciclos
kunst als existentialphilosophie? / ¿arte
como filosofîa existencial? / arts as a form of existential philosophy
/ l'art comme philosophie existentielle?
nicht-erkennen und nicht-analyse / no percibir,
no analizar
"ganzheit" als ganzes nicht zu erkennen
namen, formen, metaphern, symbole
Diego Velazquez, Las Meninas
Siehe auch / voir également / ver también / see also: Das
Nicht-Manifest, aug.2000, (pdf file, 16 kb)
Mir ist mein kunstschaffen das medium zur visualisierung
von, sagen wir wahrscheinlichkeiten, aus einer existentialphilosophischen forschungsarbeit
zu nichts näherem, "einfacherem" als dem menschen, seinem dasein, seiner
unvorstellbar schwierigen sinnsuche.
So wie die "visualisierungen" mein medium sind, bin ich selber bloss medium.
Mein "geist", d.h. die rationalen intellektuellen fähigkeiten und mein
"sein", das nicht bewusste, transzendentale, arbeiten suchend und hypothesenbildend
zusammen. das egebnis ist das bild, sind die bilder, die sequenzen, zyklen.
Fangen wir beim zyklus "Steinträgerinnen im Bergell" an, einer interpretation
des gleichnamigen bildes von Giovanni Giacometti (Segantini Museum St. Moritz)
Es ist eine metapher für die arbeit der erkenntnis: ans licht bringen.
Es ist aber zugleich ein ausdruck der malerei selbst: Licht (chiaroscuro).
So geht es weiter: z.b. "Transgression" ist ein versuch zur aufhebung der gegensätze,
hier in den bildern zwischen vorder- und hintergrund. Ein versuch, im bildnerischen
zum scheitern verurteilt, gedanklich jedoch eine geradezu erheiternde selbstprovokation.
Denn das voraussehbare scheitern ist in wirklichkeit ein "dennoch" versuch,
eine herausforderung, eine auseinandersetzung, so sehr, dass ich diese nacht,
nachdem ich einen ersten entwurf dieses textes geschrieben habe, von diesen
"durchdringungen" geträumt habe, und in meinem atelier stand eine vielfalt
wesentlich eindrücklicherer arbeiten, als in wirklichkeit bestehen...
Anfänglich hatte ich in meiner arbeit die idee von metaphern, was aber
nichts beiträgt zur frage, denn letztlich ist ja das bild an und für
sich eine metapher (metapher =abbild, ähnlichkeit, allegorie, analogie,
symbol)
Es handelt sich aber auch nicht um allegorien. Der gedanke hinter meinen arbeiten
ist immer weniger: "es ist wie", oder es ist stellvertretend. Vielmehr ist das
objekt das "ding", das bild ist das ding, es stellt nicht ein objekt dar, es
ist das objekt. Es ist das thema. Es ist der sinn.
Dies erlaubt auch den paradoxen versuch, in der reihe der arbeiten "Hommage
à Leonardo - "Wand" die fortsetzung "Nichts" zu malen, d.h. inhalt- und
absichtslos zu arbeiten. Zugleich lockt verführt dieses inhaltslose den
betrachter und verlangt von ihm eine ganz persönliche interpretation. In
wirklichkeit ist die betrachtende person die erschafferin des bildes, welches
nur einen sinn bekommt dank ihrer deutung; dadurch wiederum ist die betrachtende
person ideelle eigentümerin geworden: das ist mein bild, so sehe ich es.
Dies stimmt überein mit meiner deutung des bildes von Diego Velazquez, Las Meninas
Velazquez schaut mit dem ganz besonderen blick des malers aus dem bild. Hinten
im spiegel ist das königspaar zu sehen. Ich deute das bild als abbild des
doppelportraits auf der leinwand von Velazquez. Nun aber als betrachter stehe
ich neben dem königspaar und bin dadurch, wie alle andern betrachter, virtuell
auch auf dem bild. Eine schöne vorstellung: auf diese weise ist das bild
von Velazquez als ein werk geschaffen worden, das für alle zeiten im zustand
der entstehung bleibt. Dies ist die illustration des prozesses, den ich bei
der entstehung meiner bilder dieser zyklen entdeckt habe.
Beim "konkreten" bild ist der wahrnehmungsprozess derselbe, das fortwährende
und unumgängliche sehen, projizieren, spiegeln als prozess der "wahr"-"nehmung".
Wir entdecken als betrachter unsere freiheit dieser "wahrnehmung" und die unmögliche
"objektivierung" durch dritte. Daher fehlt meinen bildern oft auch ein titel,
der ja auch sehr stark eine "wahrnehmungs- und interpretations-vorgabe" ist.
Die schöpferische absicht der betrachtenden person braucht das "fais que
voudras" des Rabelais.
zum seitenanfang
Ich kann mich der sprache für dieses anliegen nicht bedienen, weil verbale
sprache etwas anderes ist. Sprache verlangt anderes, sprache erzeugt anderes.
Sprache ist vielmehr kodiziert und der freiheitsgrad hier ist kleiner. Es entsteht
in der sprache mehr, was ich will, als was die betrachtende person will.
Meine bilder nunmehr sind "potentielle" gedanken, erkenntnisse, interpretationen,
sind potentielle aussage, knnen im glücklichsten fall beim betrachter
erkennen auslösen. Dies alles, das gedanklich abstrakte, das erkennen,
das schaffen des bildes jedoch sind aufgabe und freiheit.
Diese verfahren jedoch sind nicht ein "fais-que-voudras" im sinne eines laisser-faire,
sondern sie sind aufforderung, einladung zur freien gestaltung des wahrnehmens,
erkennens, denkens, träumens.
Hinter mäandernden fragen, suche, mag eine ahnung sein, gleichsam eine
leitfigur schattenhafter form, die auch bei genauem hinsehen nicht besser erkennbar
ist. In Turgenjews Aufzeichnungen eines jägers: Der Hamlet des Kreises
Schtschigry steht: "
wo du nicht hinschaust, erblickst du Originale." Das
umwerfende ist das NICHT hinschauen, um zu sehen. Ich habe es praktziert und
festgestellt, dass die beobachtungen aus dem augenwinkel eindrücklicher
sind und tatsächlich züge und verhalten zeigen, die mir beim direkten
hinschauen verweigert sind.
Deshalb wohl versuche ich es bildend. Mit dem blick, den wir bei Velazquez sehen auf seinem Bild "Las Meninas", (link) dieses fast verträumt wirkende schauen, wie hindurchschauen. Dies schauen erlöst nicht vom nicht-wissen und nicht-erkennen. Velazquez schaut nicht analysierend, er ist dieses medium das in der lage ist, das geschaute in farbe, form, hell und dunkel umzuwandeln.
Es kann aber sein, dass es ein erkennen gibt ohne "aha", ohne erkennen (etwa wie: es hat sich etwas verändert, ich weiss aber nicht was). Vielleicht ist erkennen einer existentiellen ganzheit ein fortwährender prozess einer art integration des "Ist" und seines widerspruchs; eine art dynamisches gleichgewicht, das entsteht, ist, vergeht, wiederkehrt. Es ist das erkennen des "göttlichen", welches ja seit jeher nicht sichtbar und auch ohne namen ist. Es ist das yin-yang, das helle und das dunkle, das schwere und das leichte.
All dies mag seltsam klingen. Es ist auch seltsam. Nicht jedoch was ich hier
schreibe, sondern die welt, wie ich sie zu sehen und zu verstehen versuche.
Was ich in mir und um mich herum "wahrnehme", ist verwirrend und zugleich oft
beängstigend; zugleich sind das lächeln eines kindes, das fliessen
des wassers, der wind in den wipfeln, das sonnenlicht, die musik Griegs, ereignisse,
die zumindest für augenblicke alles düstere wegfegen.
Ich werde wohl kaum zu einem ergebnis kommen. Das einzige bleibt wohl, zu wagen,
nachzudenken und mich dabei anregen, beeinflussen zu lassen, von Turgenjew,
Adriano Sofri, Maurice Merleau-Ponty, Achim Bühl, oder Hans Magnus Enzensbergers
Essay zum Internet, Chang Chung-yuan (links: enzensberger und buehl)
Ich bin überzeugt, dass die kraft eines jeglichen "bildes" nicht (allein)
die sichtbare oberfläche, das sichtbare bild ist, sondern es ist ein ereignis,
welches hier mit dem bespannen und vorbereiten einer fläche begonnen hat,
noch mehr, es gehört in die ununterbrochene kette des werdens, seins, vergehens
(ordnung - entropie)
Ich werde all dem zum trotz nichts erklären können, aber ich werde
weiterhin mit lust dieser seltsamen fährte nachgehen wie ein tier - und
wer weiss ob ich nicht tatsächlich eines bin, ein schnürender fuchs
z.b.
"Immerhin", sagt der fuchs, und frisst seine traube. wahrscheinlich die heruntergefallene
25. März 2010 - Kann mir das studium der chinesischen geschichte, literatur, kultur, kultur des neueren Chinas dazu verhelfen aus dieser komplexität das unerklärliche eines kunstwerks zu verstehen? Kann kunst überhaupt "verstanden" werden? Intellektuell, kognitiv, intuitiv? Wenn ja, wäre aus einem solchen zirkel auszubrechen, in die sprache beispielsweise? Kann ein werk ohne zwang in eine, irgendeine, ordnung gebracht werden? Warum sollte sie das? Kürzlich, angesichts der allgemeinen eifrigkeit und beflissenheit gedacht/gefühlt: wie schön, dass ich ein unnützer mensch bin, nichts von wirklicher wichtigkeit herstelle; kein echt (über)-lebenswichiges; nichts, was zum unabdingbaren gehört; keine kartoffel pflanzen und ernten kann, kein weizenkorn… vielleicht bin ich als künstler eine art parasit, ein parasit, der zufrieden ist mit den wenigen täglichen notwendigkeiten - der sich aber plagt mit seiner erfolglosen suche nach verstehen und erklären, formen und bilden können… Es gibt keinen grund deswegen etwa bedrückt zu sein, auch keinen für falschen heldenstolz. Es gibt einzig die feststellung: So ist es gekommen und entstanden. So ist es! Und auch ich war, bin, werde nie sein der weise chef meiner lebensbahn. Auch dazu: so ist es!
Siehe auch/voir également/ver también/see also: Das Nicht-Manifest (pdf file)
Siehe auch/voir également/ver también/see also:
Text zur Ausstellung Burgdorf 2000