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Retrato de madrid 2002
über den städten bleibt der himmel
der städte wüten nicht, ihr gelärme gewusel nicht
vermag ihn zu verdunkeln
noch vermögen die städte nicht
den himmel zu verdunkeln
Mitscherlich:unwirtlichkeit der städte


Madrid von Casa de Campo aus
O Gott, was immer geschieht, einmal wird es Frühling werden. Die Erde ist Jahrtausende alt; noch keinmal ist er ausgeblieben, was immer die Menschen auch taten: - es tropft von den Bäumen, das ist der Schnee, der schmilzt, denn die Sonne scheint auf die Erde. Sie scheint nicht überall hin; hinter den Wäldern ist lange noch Schatten, da ist es kühl und naß, wenn man vorbeikommt, der Boden schmatzt, da fault noch da Laub der verlorenen Herbste... Aber der Himmel, oh, zwischen den Stämmen ist überall Himmel, ein Meer von Bläue, wir stehen im Wind, wir tragen die Sonne wie schmelzendes Silber im Haar, es klaffen die finsteren Äcker nach Licht, und draußen verzetteln sie Mist, es dampfen die Rosse, es gurgeln die Quellen... Im Frühling, wenn der Schnee schmilzt, im Frühling kommt Karl! Es kommen die Abende bei offenem Fenster: man hört ihre Helle voll zwitschernder Vögel, es ist als spüre man die Luft, die wehe Erregung der Knospen, die Weite der Felder. . . O Kind, wie ist es schön auf der Erde, wie ist es schön auf der Erde!
Max Frisch Nun singen sie wieder
in Max Frisch Gesammelte Werke in zeitlicher Folge
Band II 1944-1949
Suhrkamp 1976

Raffinerie Algeciras

Neu angepflanzte Olivenfelder südlich von Madrid

Blick auf Madrid von Casa de Campo aus




Vincent van Gogh, Paris