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bachsonaten

bachsonaten

Camarón de la Isla, Potro de rabia y miel

Camarón de la isla, Jose Monge, Antonio Carmona, Juan Carmona, José
Fernández,
Eres como el Laberinto

Ernest Martínez Iquierdo, Pieza para diez violonchelos y orquesta

Alfred Schnittke, Pianissimo

Julio Lopez, Silencio

Una rosa pa' tu pelo

MUSIK
Als wir uns in der Tür zeigten, brach die Musik jäh ab. Sie legten
die Instrumente aus der Hand und starrten uns verblüfft und argwöhnisch
an. Wir waren Neuankömmlinge in diesen Landen, wo niemand ankommt; es war
an uns, uns auszuweisen. Wir setzten uns zu ihnen an den Tisch und liessen frischen
Wein, Räucherfisch, Zigaretten kommen. Als der Soldat mit dem Mädchen
verschwand, wurden sie zutraulicher. Jetzt waren wir Landstreicher unter uns,
und sie machten sich daran, die Teller zu leeren, wobei sie sich nicht wenig
zierten. Zwischen den einzelnen Runden redeten wir: Französisch mit Mileta,
der Serbisch mit dem Wirt sprach, der es für die Zigeuner ins Ungarische
übersetzte, und wieder zurück. Die Stimmung wurde herzlich. Ich schaltete
das Tonbandgerät ein, und die Musik ging wieder los.
Im allgemeinen spielen die Zigeuner die Volkstänze des Landes, in dem sie
sich gerade aufhalten: czaras in Ungarn, oros in Mazedonien, kolo in Serbien.
Sie borgen sich die Musik aus, wie so viele andere Dinge, und sie ist wohl das
einzige, was sie ehrlich zurückgeben. Selbstverständlich gibt es auch
echte Zigeunermusik, aber damit gehen sie sehr zurückhaltend um, und man
hört sie nur selten. Doch an jenem Abend in ihrem Schlupfwinkel spielten
sie auf ihren zusammengebastelten Geigen ihre ureigene Musik. Alte Bänkellieder,
die ihre städtischen Vettern längst vergessen haben. Ungehobelte,
stürmische, lärmende Lieder, die auf romani von den Wechselfällen
des täglichen Lebens erzählen (
)
Bouvier, Nicolas, Die Erfahrung der Welt, Lenos Basel 2001, isbn 3 85787 324
8, S.38 f