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MJ 1998/2042001
Davon bin ich ausgegangen, oder doch nach einigen überlegungen angelangt. Wie kann ich das nunmehr ausdrücken? Mit dem kreis und der kreisbewegung. Beide haben weder anfang und ende.
Mit der erfindung eines apparates zwecks beschreibung der vergänglichkeit, und deren darstellung durch die kreisbewegung von zeigestäben über der skala der stundenminutenskunden ist zeit plötzlich zu einem strukturierungswerkzeug geworden, gegen unsere verlorenheit, beispielsweise.

Zeit und vergänglichkeit sind dadurch zu etwas objektivem geworden. Ein messinstrument dient uns, gleich dem metermass, anfang und ende zu zeigen, zu messen und zu bestimmen. Es ist ein messinstrument geworden, das sozusagen (und einleuchtend) zum mass stab aller dinge geworden ist.
Mit meiner installation, die damals bloss aus dem oberen teil, einem weissen marmorkubus, (10x10x10cm) und einer darauf rotierenden transparenten und mit schwarzer tusche bezeichneten acrylscheibe (von uhrwerk angetrieben) bestand, habe ich das versucht.
Ich muss jedoch gestehen, dass alles zu sehr verschlüsselt war und die idee wohl kaum jemand so richtig aufgenommen hat. Auch für mich selbst war das damals gezeigte unbefriedigend und so habe ich nach längerer zeit die metall-glas-stütze herstellen lassen
Die eigentliche formulierung meines »Anliegens an die Eidgenossenschaft« und der gedanken dahinter, sind erst danach im lauf der monate (und jahre!) bis heute entstanden. Das zeitkreisen ist eine der ausdrucksweisen zum zustand und der entwicklung meines geburtslandes. Darin verpackt und nicht einfach zu entpacken sind manche fragenhoffnungenbedenkenbefürchtungen.
Eigentlich sollte zeitkreisen als meditations-objekt dienen, vor dem ich stehesitze und meinen diesbezüglichen fragen und gedanken ihren lauf lasse:
Die Verfassung vom 12. 9.1848 machte die Schweiz zu einem Bundesstaat und Bern
zur Bundesstadt. Als oberste Regierung setzte sie den von beiden Kammern (Nationalrat
und Ständerat) gewählten siebenköpfigen Bundesrat ein. Post,
Münze, MaB, Gewicht und Zoll wurden- den zentralisiert. Die freisinnig-demokrat.
Partei , die den entschiedenen Liberalismus vertrat, beherrschte lange Zeit
unbestritten den Nationalrat wie den Bundesrat. Die neue Bundesverfassung. vom
19. 4. 1874 verstärkte die Bundesgewalt (Zentralismus) und baute die demokraischen
Einrichtungen aus, auch in den einzelnen Kantonen wurde nach und nach die volle
Demokratie durchgeführt (Volksbegehren, Volksentscheid, z. T. Trennung
von Kirche und Staat). Der Kulturkampf der 1870er Jahre gegen die katholische
Kirche war am schärfsten in den Kantonen Bern und Genf. Im 1. Weltkrieg
bemühte sich die Schweiz um völlige Neutralität. Durch ihren
Rohstoffmangel geriet sie in eine sehr schwierige wirtschaftliche Lage. Der
von der Sozialdemokratie ausgelöste Landesstreik im Nov. 1918 scheiterte
am Widerstand des Bürger- und Bauerntums. - Siehe
Beitrag Reform der Bundesverfassung 

